"Unsere" Wildbienen
Seit etwa drei Jahren versucht Ingold, Wildbienen zu vermehren. Um Wildbienen in der Natur zu entdecken, braucht man etwas Glück. Wenn man eine Biene auf einer Blüte entdeckt, handelt es sich sehr oft um Honigbienen, die von einem Imker gehalten werden. Honigbienen sind keine Wildbienen, sondern Nutztiere.
Hier sind zwei Bilder einer Honigbiene. Der Nektar wird aufgenommen und im Bienenstock zu Honig verarbeitet, der als Wintervorrat dient.
Die Honigbiene transportiert den Pollen an den Hinterbeinen. Der Pollen dient als Nahrung für die Larven.
Ingold hat in seinen Wildbienenkästen 4-5 verschiedene Wildbienenarten. Die meisten sind Generalisten und sehr anspruchslos. Wildbienen leben meistens einzeln (solitär) und nicht in einem Staat wie die Honigbiene. Wildbienen haben einen Stachel, stechen aber nicht. Mit geübtem Auge kann man die Wildbienen gut von der Honigbiene unterscheiden.
Hier sind einige Mauerbienen. Die Gehörnte Mauerbiene, die Rote Mauerbiene und die gewöhnliche Mauerbiene. In dieser Reihenfolge schlüpfen die Bienen im Frühjahr. Dieses Jahr hatten die Gehörnten Mauerbienen einen schwierigen Start. Ende Februar (2023) war es warm und viele Bienen schlüpften. Dann kam kaltes und regnerisches Wetter und die Bienen konnten sich nicht ernähren.
Hier kann man erkennen wo die Wildbienen ihren Pollen transportieren. Anders als die Honigbienen unter dem Hinterleib. Den Nektar der Blüten brauchen die Bienen nur für sich als Nahrung.
Hier sind zwei Männchen (Drohnen) zu sehen. Diese Sorte kann man an dem weißen Haarbüsche am Kopf erkennen. Sie schlüpfen als erstes und warten auf die weiblichen Bienen.
Die Wildbiene muss keinen Honig als Wintervorrat produzieren. Die oben genannten Wildbienen leben und vermehren sich von etwa Februar bis Ende Mai - je nach Wetter und Futter. Die Wildbiene legt je ein Ei zusammen mit einem Pollenvorrat in eine Kammer, mauert diese zu und legt davor wieder ein Ei mit Pollen an, bis die Röhre ganz ausgefüllt ist.
So sieht es im Oktober in den Röhren aus:
Die von uns genutzten Röhren sind etwa 15cm tief und es liegen darin etwa 10 Zellen. Dabei liegen vorne etwa 4-5 männliche Bienen und dahinter 4-5 weibliche Bienen. Die Männchen schlüpfen auch vor den Weibchen. Die Larven haben sich in Puppen verwandelt und warten auf das kommende Frühjahr. Dort wo noch gelbe Pollenhaufen zu sehen sind, ist die Larve gestorben. Zwischen den Puppen liegen auch Parasiten, die auch von den Bienen profitieren.
Die Wildbiene profitiert zumeist nicht von den angelegten Blühstreifen, weil diese meistens erst im Frühjahr ausgesät werden. Die Blüte kommt dann erst viel später. Obstbäume, Beerensträucher und Kräuter aller Art sind das Futter der Wildbienen. Dabei spielen die Frühblüher eine sehr wichtige Rolle. Kräuter und andere Pflanzen mit roten und blauen Blüten sind sehr beliebt.
Natürlich gibt es auch Wildbienen in der Zeit zwischen Juni und August. Dies sind meist kleinere Arten. Ab Juni kann man die sehr interessante Blattschneiderbienen beobachten. Solitär-Wespen kann man auch sehen. Manche füttern ihre Larven mit Pollen und andere mit kleine Spinnen.
Wenn Ingold Zeit findet, beobachtet er diese schönen Tiere lange.
Leider ist das Insektensterben ist in vollem Gange.
Im Moment sind es fast die einzigen Insekten in größerer Zahl in unserem wilden Garten.
Mitte Mai: Die Zeit der Winzlinge
Jetzt gegen Ende Mai geht die Zeit der o.g. Bienen zu Ende. Sie haben Ihren Aufgabe erfüllt.
Doch das Jahr der Wildbienen ist noch nicht vorbei.
Jetzt zeigen sich sehr kleine Wildbienen. Sie bevorzugen Lochgrößen von etwa 3mm.
Hier ein paar Bilder