"Meine" Wildbienen

Seit etwa 3 Jahren bemühe ich mich Wildbienen zu vermehren. Um in der freien Natur Wildbienen zu entdecken, muss man sehr viel Glück haben. Wenn Du eine Biene auf einer Blume entdeckst, sind es meistens Honigbienen die von einem Imker gehalten werden. Honigbienen sind nicht natürlich lebende Bienen - sie sind Nutztiere.

Hier zwei Bilder einer Honigbiene. Der Nektar wird aufgesaugt und im Bienenstock zu Honig verarbeitet und dient als Wintervorrat.

Die Honigbiene transportiert den Pollen an den Hinterbeinen und dient der Ernährung der Larven.

Ich habe in meinen Wildbienen-Kästen 4-5 verschiedenen Wildbienen. Zumeist Generalisten die einfach zu halten sind. Die Wildbienen leben einzeln (solitär) und nicht wie die Honigbiene in einem Staat. Die Wildbienen besitzen einen Stachel, stechen aber nicht. Mit dem geübten Auge, kann man die Wildbienen von der Honigbiene gut unterscheiden.

 

Hier ein paar Mauerbienen. Die Gehörnte Mauerbiene, die rote Mauerbiene und die gewöhnliche Mauerbiene. In der Reihenfolge schlüpfen die Bienen auch im Frühjahr. Dieses Jahr hatten die Gehörnten Mauerbienen einen schwierigen Start. Ende Februar war es schon warm und viele Bienen sind geschlüpft. Danach folgte kaltes und regnerisches Wetter und die Bienen konnten sich nicht ernähren.

Hier kann man erkennen wo die Wildbienen ihren Pollen transportieren. Anders als die Honigbienen unter dem Hinterleib. Den Nektar der Blüten brauchen die Bienen nur für sich als Nahrung.

Hier sind zwei Männchen (Drohnen) zu sehen. Diese Sorte kann man an dem weißen Haarbüsche am Kopf erkennen. Sie schlüpfen als erstes und warten auf die weiblichen Bienen.

Die Wildbiene muss keinen Honig als Wintervorrat produzieren. Die oben genannten Wildbienen leben und vermehren sich von etwa Februar bis Ende Mai - je nach Wetter und Futter. Die Wildbiene legt je ein Ei zusammen mit einem Pollenvorrat in eine Kammer, mauert diese zu und legt davor wieder ein Ei mit Pollen an, bis die Röhre ganz ausgefüllt ist.

So sieht es im Oktober in den Röhren aus:

Meine Röhren sind etwa 15cm tief und es liegen darin etwa 10 Zellen. Dabei liegen vorne etwa 4-5 männliche Bienen und dahinter 4-5 weibliche Bienen. Die Männchen schlüpfen auch vor den Weibchen. Die Larven haben sich in Puppen verwandelt und warten auf das kommende Frühjahr. Dort wo noch gelbe Pollenhaufen zu sehen sind, ist die Larve gestorben. Zwischen den Puppen liegen auch Parasiten, die auch von den Bienen profitieren.

Die Wildbiene profitiert zumeist nicht von den angelegten Blühstreifen, weil diese erst oft im Mai/Juni ausgesät werden. Die Blüte kommt dann erst im Spätsommer. Obstbäume, Beerensträucher und Kräuter aller Art sind das Futter der Wildbienen. Dabei spielen die Frühblüher eine sehr wichtige Rolle. Kräuter und andere Pflanzen mit roten und blauen Blüten sind sehr beliebt.

Natürlich gibt es auch Wildbienen in der Zeit zwischen Juni und August. Das ist meist kleinere Arten. Ab Juni kann man die sehr interessante Blattschneiderbienen beobachten. Solitär-Wespen kann man auch beobachten. Manche füttern Pollen und andere kleine Spinnen.

Wenn ich die Zeit finde, beobachte ich diese schönen Tiere lange.
Leider ist das Insektensterben ist in vollem Gange. 
Im Moment sind es fast die einzigen Insekten in größerer Zahl im Garten.


Mitte Mai: Die Zeit der Winzlinge

Jetzt gegen Ende Mai geht die Zeit der o.g. Bienen zu Ende. Sie haben Ihren Aufgabe erfüllt.
Doch das Jahr der Wildbienen ist noch nicht vorbei.
Jetzt zeigen sich sehr kleine Wildbienen. Sie bevorzugen Lochgrößen von etwa 3mm.
Hier ein paar Bilder

Das fotografieren wird zur Herausforderung!


Die gewöhnliche Löcherbiene